Vom Metallhandwerk des Hufschmieds zum Metallbau-Unternehmen

Das Metallhandwerk hat im traditionsreichen Familienunternehmen Schramm Metallbau GmbH eine sehr lange Tradition; die Anfänge gehen auf das 18. Jahrhundert zurück.

Mit einer lodernden Esse, einem Amboss und dem dazugehörigen schweren Handwerkszeug legte Andreas Schramm im Revolutionsjahr 1848 als Huf- und Wagenschmied den Grundstein für die Schramm Metallbau GmbH. Heute wird das Unternehmen in der 6. Generation geführt, die nächste steht bereits in den Startlöchern.

Mitte des 18. Jahrhunderts bestand in jedem Dorf das Metallhandwerk in Form der eigenen Dorfschmiede, die in der Regel an den Sohn überging. In unserem Fall gab es keinen männlichen Nachfolger in der Familie, sodass die Schmiede durch eine Heirat an den Schwiegersohn vererbt wurde.

Johannes Schmidt war Gemeindeschmied in Udenheim. Seine Tochter, M. Elisabeth Schmidt, heiratete am 28.11.1741 Johann Jakob Schramm. Mit ihm führte die Familie in zweiter Generation das Handwerk des Schmieds fort; es folgten die Nachfahren der Schramms.

Bis 1795 führte Philipp Peter Schramm die Schmiede in Udenheim, es folgte bis 1840 Johann Martin Schramm. Johann Martin Schramms Frau schenkte ihrem Mann 12 Kinder. Weil zu jener Zeit das Recht des ältesten Sohnes galt, konnte die Schmiede nicht an den für den heutigen Handwerksbetrieb „Schramm Metallbau“ entscheidenden jüngsten Sohn übergeben werden.

Unser Vorfahre und Metallbauer Andreas Schramm, geb. 29.10.1826, machte sich einen Namen als Schmied auf der Walz (Wanderschaft) und kam nach Ober-Saulheim, wo er 1848 die Schmiede übernahm. Das ist der Ursprung des Unternehmens Schramm Metallbau GmbH.

Metallhandwerk mit Tradition und Vertrauen seit 1848

Seit 1848 erlernten die ältesten Söhne das Metallhandwerk und führten den Betrieb im Schmiedehandwerk weiter:

Ein Berufsbild verändert sich

Mit den 1960-er Jahren veränderten sich die Produktionsbedingungen in der Landwirtschaft und damit auch das Metallhandwerk. Pferde wurden nicht mehr gebraucht, der Beruf des Hufschmieds starb langsam aus. Man musste sich im Metallhandwerk neue Betätigungsfelder suchen. Ein Teil wurde Landmaschinenmechaniker und beschäftigte sich fortan mit Landmaschinen, der andere Teil übernahm Schlosserarbeiten.

Unser Familienzweig begann Tore, Treppen und Geländer herzustellen, was auch mein Großvater schon tat.

Mein Vater begann außerdem Ende der 1960-er Jahre mit dem Fensterbau.

Schlosserei und eigene Herstellung von Aluminiumfenstern unter einem Dach

Alles begann in der alten Schmiede in Ober-Saulheim. Schon bald reichte der Platz nicht mehr aus und es wurde 1974 eine Halle im Gewerbegebiet in der Ober-Saulheimer-Str. in Wörrstadt gekauft. In dieser Halle sowie in der Huntstraße wurde die Schlosserei betrieben.

In Ober-Saulheim wurden die Fenster hergestellt. Doch auch diese Betriebsstätte platzte bald aus allen Nähten, weshalb 1980 eine zweite Halle in Wörrstadt gekauft wurde – unser heutiger Firmensitz.

Diese Halle wurde Anfang der 1990-er Jahre erweitert und die erste Halle in Wörrstadt verkauft, sodass nun endlich alles unter einem Dach vereint werden konnte.

Mein Bruder Thilo Schramm legt am 06.11.1987 die Meisterprüfung ab und leitet seit 1991 die Geschäfte.

Kein Handwerk ohne ein gut organisiertes Büro – Frauenpower im Familienbetrieb
Schon meine Großmutter, Lina Schramm, übernahm die Buchführung.

Später leitete meine Mutter, Hannelore Schramm, das Büro und danach meine Stiefmutter Christel Edelmann-Schramm.

Ende der 1970-er Jahre nahm der Büroaufwand zu und kaufmännische Mitarbeiterinnen wurden eingestellt. Die Ära des reinen Familienbetriebes ging damit zu Ende.

Ausbildung und Qualifikation sind wichtig für den Fortbestand des Unternehmens

Schon immer war es wichtig, für qualifizierten Nachwuchs im Betrieb zu sorgen.

Mein Großvater begann Anfang der 1950-er Jahre Lehrlinge auszubilden.

Seit dieser Zeit absolvieren jedes Jahr junge Leute im Betrieb ihre Ausbildung; früher zum Schmied, später zum Schlosser. Die heutige Berufsbezeichnung lautet Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik.

Nahezu 200 junge Menschen absolvierten seitdem ihre Ausbildung in unserem Haus.
Auch Bürokaufleute wurden ausgebildet. Einer dieser Auszubildenden ist inzwischen 36 Jahre bei uns.

1981 begann Gesellschafter und Prokurist Gunter Kessler, gebürtig aus Alzey, seine Ausbildung in der Schramm Metallbau GmbH und hat entscheidend zum Erfolg unseres Unternehmens in den letzten 25 Jahren beigetragen.
Heute beschäftigen wir 26 Mitarbeiter und produzieren in erster Linie moderne Bauelemente aus Aluminium, Stahl und Edelstahl.

Um den Wissensstand unserer Mitarbeiter kontinuierlich auf höchstem Niveau zu halten, nehmen wir regelmäßig die Angebote der Überwachungsgemeinschaft für Feuerschutz, des DVS – Deutscher Verband für Schweißtechnik und Schulungen beim Profilhersteller Hueck in Lüdenscheid wahr.

Zahlreiche Ehrungen durch die Handwerkskammer Rheinhessen, der Kreishandwerkerschaft Alzey-Worms und den Deutschen Verband für Schweißtechnik belegen den hohen Qualitätsstandard der Firma Schramm Metallbau GmbH.

Ein Auszug der Ehrungen

14.04.1994 Ehrenplakette der Handwerkskammer Rheinhessen, verliehen (Helmut Schramm)

06.05.1996 Goldene Kammermünze der Handwerkskammer Rheinhessen

1998 Ehrenurkunde des Fachverbandes Metall zum Firmenjubiläum

11.12.2000 Goldene Anstecknadel der Handwerkskammer Rheinhessen (Helmut Schramm)

29.10.2007 Mainzer Denkmalpflegepreis der Stadt Mainz und der Handwerkskammer Rheinhessen

01.04.2015 50-jährige Mitgliedschaft im DVS, Deutscher Verband für Schweißtechnik (Helmut Schramm)

 

Judith Schramm-Behn, Wörrstadt 2016